Vorgestellt: Küchenchef Thorsten Bubolz
Im Gespräch mit unserem Küchenchef gibt er persönliche Einblicke: Wie seine Faszination für Lebensmittel begann, welche Gerichte ihn bis heute begeistern und weshalb Zeit für ihn die wichtigste Zutat ist. Auch erfahren Sie von seiner heimlichen Leidenschaft – dem Malen.
Seit 2023 bist du Teil unserer Küchencrew. Seit November 2025 hast du die Position des Küchenchefs inne und begleitest aktiv den Relaunch unseres Hotelrestaurants vom Fine-Dining zum Brasserie-Style. Wie bist du zur Kochkunst gekommen? Gab es einen Schlüsselmoment in deinem Leben?
Lebensmittel an sich haben mich recht früh interessiert, schon als Teenie mit 13-14 Jahren. Für das Backen war ich sofort Feuer & Flamme. Das Bäckerhandwerk ist jedoch sehr speziell, die Arbeitszeiten sind für einen 16jährigen Lehrling wirklich extrem früh. Daher wurde es die Kochlehre, später der Meisterkurs, den ich als Lehrgangsbester abschloss.
Was ist dir wichtiger: Perfektion oder Emotion auf dem Teller?
Als grundsätzlich leidenschaftlicher Mensch habe ich natürlich auch den Wunsch nach Perfektion. Die Gäste sollen das spüren und schmecken: Zeit ist gleich Liebe, z.B. bei den Soßen. Es geht beides Hand in Hand.
Gibt es ein Gericht, das deine Philosophie perfekt widerspiegelt?
Das sind bei mir eher Lieblingsprodukte. Ich bin ein großer Nuss-Fan und kombiniere das gern mit einer Fruchtkomponente.
Was ist dein Lieblingsgericht – privat wie beruflich?
Wie bei vielen Köchen müssen es privat keine teuren Produkte sein. Ich liebe Graupeneintopf, warme Vanilleprodukte oder ein richtig gutes Schnitzel. Geschmortes wie Gulasch oder Rouladen zeigt oft, wie gut ein Koch kochen kann. So sehr ich Kaviar oder Austern schätze, privat brauche ich das nicht.
Gibt es ein besonderes Erlebnis aus deiner Arbeitswelt, das dir in Erinnerung geblieben ist?
Manchmal werde ich, wenn ich privat unterwegs bin, von Gästen erkannt und bekomme positive Rückmeldungen. Das ist unerwartet und schön. Am meisten freut es mich, wenn ich von ehemaligen Lehrlingen oder Kollegen höre, die mir im Nachhinein dankbar sind, dass ich immer gewisse Qualitätsstandards durchgesetzt habe. Gern zitieren sie meinen Lieblingsspruch von Gary Larson: „Zuerst die Hose, dann die Schuhe“ und bestätigen, dass sie meine Taktiken für ihre eigenen Lehrlinge übernommen haben.
Was viele nicht wissen: Du malst in deiner Freizeit Bilder. Bitte erzähl ein bisschen darüber.
Meine Mutter war Schneiderin und ihre skizzenhaften Entwürfe der Kleidung per Bleistift faszinierten mich schon als kleiner Junge. Das Malen habe ich mir aber autodidaktisch beigebracht. Ich bin da ganz offen bei den Materialien – Öl, Aquarell, Bleistift. Zuerst habe ich eine Idee im Knopf, manchmal gärt sie wochenlang in mir. Die Umsetzung geht dann jedoch ziemlich rasch, innerhalb eines Tages. Da brauche ich ein schnelles Ergebnis. Wie beim „Teller anrichten“ gibt es maximal ein kleines Finetuning nachträglich. Den ganzen kreativen Prozess empfinde ich als sehr entspannend.
Das Interview führte Jutta Rönsch