Wandern durch die Sächsische Schweiz

Mit Carl Maria von Weber geht es hinaus in die Natur: Unsere Concierge Ulrike Beyrich gibt Impulse für die Sinne.

 

Meine Wanderung beginnt im Kurort Rathen, mitten in der eindrucksvollen Landschaft der Sächsische Schweiz. Von der Fähre kommend gehe ich zunächst ein Stück in den Ort hinein. Noch ist es lebendig um mich herum – Stimmen, Schritte, ein leises Treiben. Doch schon nach wenigen Minuten, am Amselgrundschlösschen, biege ich nach links ab und tauche langsam in eine andere Welt ein: ruhiger, grüner, ursprünglicher.

Felsformation in der Sächsischen Schweiz

Nach etwa zehn Minuten erreiche ich den Eingangsbereich der Felsenbühne Rathen. Hier spüre ich sofort diese besondere Atmosphäre und entscheide mich für den Abstecher hinauf zur Bühne. Oben angekommen öffnet sich zwischen den Felsen dieses einzigartige Naturtheater. Ich stelle mir vor, wie hier Der Freischütz erklingt – wie Musik und Landschaft miteinander verschmelzen, während die Felsen selbst zur Kulisse werden.

Wieder unten im Amselgrund setze ich meinen Weg fort. Vorbei am Amselsee und dem Amselfall wird die Umgebung immer stiller. Die Luft ist hier besonders frisch und leicht feucht, durchzogen vom Duft des Wassers und des Waldes. Kleine Bäche plätschern neben dem Weg, ihr leises Gluckern begleitet mich. Das Grün wirkt satt und lebendig, Moos überzieht Steine und Baumstämme. Ich höre die Vögel, das sanfte Rauschen der Blätter – eine natürliche Klangkulisse, die mich tief durchatmen lässt.

Bis ins Polenztal folge ich dem Verlauf des Malerwegs, dessen Markierungen mir eine gute Orientierung bieten. Schritt für Schritt führt mich der Weg weiter bis nach Rathewalde. Dort angekommen gehe ich am kleinen Dorfteich nach rechts die Straße hinauf. Kurz darauf, nach dem Ortsausgang, verläuft mein Weg parallel zur Straße in Richtung Hocksteinparkplatz.

Am Hockstein angekommen überquere ich die Teufelsbrücke. Ich halte kurz inne: Ein frischer Wind streicht über die Felsen, und mein Blick schweift hinüber ins Polenztal. Auf der gegenüberliegenden Seite entdecke ich Hohnstein, eingebettet in die weite Landschaft. Von der Hocksteinaussicht aus öffnet sich die Szenerie eindrucksvoll – zerklüftete Felsen, tiefe Täler und dichte Wälder breiten sich vor mir aus. Ich genieße diesen Moment der Weite und Ruhe.

Felslandschaft in der Sächsischen Schweiz

Dann führt mich der Weg hinab – hinein in die Wolfsschlucht. Über Stufen steige ich zwischen hohen, engen Felswänden ab. Es wird spürbar kühler und dunkler. Meine Hand gleitet über den rauen Sandstein, ich spüre jede Unebenheit des Gesteins. Schritte hallen leise wider, und das Licht fällt nur in schmalen Streifen herab. Ich höre das Knacken von Ästen und das entfernte Rufen eines Vogels. Die Atmosphäre ist dicht, fast geheimnisvoll – und ich verstehe, warum genau hier die berühmte Szene aus Webers Freischütz verortet ist.

Unten im Polenztal angekommen folge ich dem Weg für etwa 30 Minuten entlang der Markierung „roter Punkt“. Der Fluss begleitet mich mit seinem gleichmäßigen Fließen, die Luft bleibt frisch und kühl, erfüllt vom Duft des Wassers und der umliegenden Wälder. Schließlich weist mir ein Wegweiser den Abzweig nach Rathen (Markierung „roter Strich“).

Über den Füllhölzelweg nähere ich mich wieder dem Kurort Rathen – und kehre zurück, erfüllt von Eindrücken, Geräuschen und Stimmungen. Es fühlt sich an, als hätte ich nicht nur eine Wanderung gemacht, sondern eine Reise durch die Welt der Romantik erlebt.

 

 

Start- und Endpunkt: Kurort Rathen, per S-Bahn ab Dresden, per Auto zum Parkplatz Oberrathen, Elbweg 13-15, 01824 Rathen

Verlauf: Kurort Rathen – Amselgrund – Am Grünbach – Rathewalder Mühle – Querweg – Hocksteinweg – Hocksteinaussicht – Wolfsschlucht – Polenztalweg – Füllhölzelweg – Kurort Rathen

Dauer: ca. 4 Stunden

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